Plan B: kein Plan

salvador-dali-zerrinnende-uhrAuf allen Kanälen kursiert die völlig „überraschende“ Erkenntnis, dass die Bahn intern schon lange mit einer Bauzeitverlängerung bis ins Jahr 2022 (+ x) rechnet. Sicher ist auch die 2024, die seit geraumer Zeit im Bundesverkehrsministerium rumgeistert, bahngünstig zurechtgebogen.

Gott sei Dank aber ist dies eine spezielle Bauzeitverlängerung, die eigentlich überhaupt nicht existiert. Denn wäre sie existent, hätte sie Konsequenzen für das Grundwasserab- und reingepumpe und könnte das durchgeprügelte Projekt doch noch gefährden.

Erst vor wenigen Tagen, bei der geplatzten Erörterung zum GWM, lesen wir Herrn Enge auf die Frage nach einer Bauzeitverlängerung und der damit verbundenen erhöhten Grundwasserentnahme sagen:
„Also wir gehen schon davon aus, dass wir es in der Bauzeit schaffen. Theoretisch wäre es so: Eine längere Bauzeit würde eine längere Entnahme nach sich ziehen, aber davon würde ich jetzt nicht ausgehen“.

http://cams21.de/erorterungsverfahren-gwm-auswirkungen-einer-bauzeitverlangerung/

Kefer untermauert Herr Enges Aussage gestern in bahntypischer Manier, wohlwissend wofür er bezahlt wird, wie folgt:
„Es gibt keine Planung, nach der das Grundwassermanagement länger dauert“, sagte er. Deshalb müssten Planunterlagen auch nicht geändert werden.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-intern-rechnet-die-bahn-schon-lang-mit-2022.2196344e-a8a1-4dbf-87c2-fb4d19d738fe.html

Ein Glück plant die Bahn ihr Projekt selbst, denn sonst gäbe es jetzt eine Planänderung. Aber solange sie keine Planung über eine Bauzeitverlängerung hat, ist es als gäbe es keine.

Man könnte sich darüber wundern, aber nach Kefers neuester Wahrscheinlichkeitsrechnung
http://www.zvw.de/inhalt.rundschlag-wie-wahrscheinlich-ist-wahrscheinlich.d08ee2b0-87f8-4f41-9b9c-554476f284ad.html
und anderen Fresszettelorgien, ist dies wohl vergebene Liebesmüh..

LGNPCK bleibt eben LGNPCK.

O B E N B L E I B E N

Vertrocknete Rosen am Wegesrand – Sanierungs-Hick-Hack Villa-Berg

Stolz waren sie einst auf ihr grünes « U », die Stuttgarter. Prächtig und grün verband es die Stadtteile miteinander und lud zum Verweilen ein. Doch von der einstmaligen Pracht ist wenig geblieben.

Der Verlust des Mittleren Schlossgarten, der Seele unserer Stadt, und die bereits begonnenen Zerstörung des Rosensteinparks, rücken ein weiteres vom Zerfall bedrohtes Juwel in den Blickpunkt: die Villa-Berg. Der « Feensitz», wie die Schwaben das Kleinod früher nannten, dessen aufregende und etwas traurige Geschichte nun beginnt.

Rückblick

Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Villa-Berg (die übrigens vom selben Architekten entworfen wurde wie der Königsbau) fertiggestellt war, empfingen das Konprinzen- bzw. Königspaar Karl und Olga dort alle Kaiser und Könige, die Stuttgart besuchten. Und so wurde die Villa-Berg Vorbild für den Villenbau in ganz Deutschland. Den prachtvolle Garten zierten Statuen, Wasserspiele, eine Orangerie, ein Rehgarten und es gab sogar ein « Bad am Königlichen Park ». Angelegt wurde die Parkanlage von Friedrich Neuner, daher auch die liebevolle Benennung des Mineralbad-Berg als « Neunerle » .

Nach dem Tod von Karl und Olga erbte deren russische Nichte Wera 1892 das Anwesen und lebte dort mit ihrer Familie.

Als 1913 auch Wera verstarb, schloss der Stuttgarter Gemeinderat am 20.09 einen Kaufvertrag mit ihren zwei Töchtern1. Der Deal: 30 Jahre lang sollten die beiden Damen eine jährliche Rente bekommen, die im Hinblick auf die bald einsetzende Inflation nicht sonderlich ins Gewicht der städtischen Kasse fiel. Die Villa Berg und die zugehörige (damals noch 24 Hektar große Parkanlage) ging somit in den Besitz der Stadt Stuttgart über.

Die Anlage wurde nun umgebaut und unter dem vom König ernannten OB Lautenschlager2, zum ersten Mal öffentlich zugänglich.

Nach einem Bombenangriff 1943 brannte die Villa teilweise aus und nach zähen Verhandlungen wurde sie und Teile des Parks dem Südfunk, der das Gebäude vereinfacht wieder aufbaute und dort den Großen Sendesaal eingerichtet hat, im Tausch gegen die Karlshöhe übergeben.

« Mit den Musiktagen eröffnet(e) der Süddeutsche Rundfunk seinen Sendesaal in der Villa Berg » 3.

Damit übernahm in den 50er und 60er Jahren der SDR die Regie. Und er wollte bauen; mitten im Park. Zunächst entstand der (heute ebenfalls denkmalgeschützte) „Gutbrod-Bau“.

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Dieser steht dilettantisch genau in der Achse der Villa zum Schloss Rosenstein, an der sich die Gartenanlage früher ausrichtete.

Eine Zeitzeugin beschreibt dies wie folgt:

«Bereits Anfang der 60er Jahre mußte ich mit hilflosem Entsetzen zusehen, wie sich die Bagger unerbittlich in die Südseite der Villa mit ihrer romantischen, von mächtigen Linden und Kastanien beschatteten, balustradengeschmückten Promenade fraßen, an deren Anfang an einem runden Steintisch sich des Sonntags das Kaiserreich bei einer dicken Zigarre zum Kartenspiel einfand. Nicht einer, der heute dort spazierengeht und “meinen” Park nicht gekannt hat, kann sich auch nur im entferntesten vorstellen, wie grausam die Eingriffe des SWR – auch später an anderer Stelle noch – wirklich waren. Ein grünes Kunstwert wurde Stück für Stück geopfert, geschändet und plattgemacht, wie groß auch der Aufschrei in der Bevölkerung war » 4

Weder der SDR, noch der später mit dem Südwestfunk fusionierte SWR, würdigten das wundervolle Gebäude Villa-Berg. Über Jahrzehnte sparten sie das Geld für die Modernisierung des denkmalgeschützten Prachtbaus und nun wollte man das zunehmend desolate Gebäude schleunigst loswerden.

Ende 2004 trat der SWR mit zwei Investoren vor die Presse. Der Sender wollte die Villa-Berg für einen symbolischen Euro abgeben. Jochen Bayer und Joachim Bäuerle wollten das Kleinod für 5 Mio Euro sanieren und ihm mit Veranstaltungen, gehobener Gastronomie und einer Gartenwirtschaft neues Leben einhauchen.

Im Januar 2005 wurde öffentlich, dass der Südwestfunkrat einen Erweiterungsbau plant. Die Pläne für den mit 65Millionen veranschlagten Neubau5 seiner Studios stellte der SWR im Juli 2005 vor. OB Schuster jubilierte bei so viel « Stärkung des Medienstandorts Stuttgart », übersah dabei allerdings die Sache mit dem Sanierungsbedarf der Villa-Berg.

Der SWR sah eine Angliederung an das bestehende Rundfunkgebäude an der Neckarstrasse vor. « Die bisher im Park der Villa Berg untergebrachten Fernseh-Studios seien technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Eine Renovierung wäre sehr aufwändig (…) 6 ».

Gegen Ende des Jahres stockten dann urplötzlich die Verhandlungen mit den beiden Investoren.

Das Projekt « Palais Villa-Berg » war offiziell an den Stellflächen für die Gäste gescheitert. Der SWR, der ursprünglich 120 Parkplätze in seiner Tiefgarage zusagte, wollte diese plötzlich finanziell beglichen sehen.

Ob der SWR aufgrund der Signale des Stuttgarter Gemeinderats, dass der Bebauungsplan für die Parkflächen so geändert werden könnte, dass er sie einem Wohnungsbauunternehmer andienen könnte, plötzlich auf den Verkauf der alten Fernsehstudios bzw. deren Umwandlungen in Wohnungen im Park spekuliert hat, bleibt ungewiss. Ein Biergarten in direkter Nachbarschaft wäre jedenfalls mit einer Wohnbebauung kollidiert. Der SWR wehrte sich gegen diese Vorwürfe7.

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Das Häussler-Hick-Hack

Im April 2007 wechselt die Villa-Berg ihren Besitzer. Rudi Häussler erwirbt die Villa samt der 1965 eingeweihten Fernsehstudios, Grünflachen und der Tiefgarage zum symbolischen Preis von einem Euro. Der SWR war damit die Denkmalkosten los8

Allerdings, so die Prämisse, will Herr Häussler nur in die Villa investieren, wenn ihm die Stadt den Bau von hochwertigen Wohnungen mitten im Park genehmigt.

Es beginnt nun ein Planungshickhack der Ersten Klasse:

Die Sanierung der Villa ist zunächst an die Idee gekoppelt, 100 Terrassen-Appartements an Stelle der Studiobauten hochzuziehen. Das historische Gebäude der Villa will Häussler in ein Luxushotel umwandeln, Stuttgarts neues Nummer 1 Hotel, für das der denkmalgeschützte große Sendesaal hätte entfernt werden müssen. Aus den 100 Terrassen-Appartements werden einige Monate später 100 Hotel-Zimmer. Man stellt ehrgeizige Pläne auf: Die Villa soll bis Ende 2009 umgebaut sein. 8-10 Suiten und ein Nobelrestaurant sollen hier Einzug finden. 2010 will Häussler ursprünglich mit dem Neubau des Hotels auf dem Gelände der Ex-SWR-Studios beginnen9.

Im Juli 2008 verwirft die Häussler-Gruppe die Idee des Nobelrestaurants und der Luxussuiten, statt dessen soll jetzt ein Wirtschaftsclub für Politiker und Unternehmer im ehemaligen Schloss eingerichtet werden. Einem Gourmetrestaurant ist das Erdgeschoss vorbehalten. Die Gartenanlage soll nach historischem Vorbild rückgestaltet werden. Und anstelle der SWR-Studios sollen nun gehobene Seniorenwohnungen Einzug in den Park halten10.

Nun bemerkt die Stadtverwaltung, dass die Flächen der SWR-Studios als «Gemeinbedarfsflächen» ausgewiesen sind. Die Idee, die denkmalgeschützten Fernsehstudios abzureißen und den Wohnungsbau an den Parkrand zu verlegen wird geboren11.

Mit Beginn der Sanierung der Villa zum Jahresende wurde es dann wohl nichts.

Februar 2009: das Luxushotel in der Villa-Berg ist engültig vom Tisch. Der Wirtschaftsclub hat sich als Idee durchgesetzt. Bleibt das Problem « Denkmalschutz » des historischen Sendesaals, der laut den Planungen im Mai, abgerissen werden soll und für den eine Bauanfrage gestellt wurde. Laut dieser aktuellsten Planung soll nun doch ein allgemein zugängliches Café etabliert werden. Repräsentanzbüros und ein Spitzenrestaurant « bereichern» die neue Idee12.

Die Fernsehstudios sollen nach dem Auszug des SWR im Jahr 2011 60 Luxuswohnungen für Senioren weichen. Es regt sich nun aber Widerstand gegen die Bebauung des Parkgeländes: Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost so wie viele Bürger sind gegen diesen Standort13. Einer bleibt gelassen: « Der Investor Rudi Häussler will mitten im Park der Villa Berg Luxus-Wohnungen bauen. (…) Baubürgermeister Hahn versteht die Aufregung nicht » 14.

Mittlerweile ist es Dezember. Häussler darf die Villa-Berg offiziell, trotz des denkmalgeschützten Sendesaals des SWR, umbauen15.

Wir haben Anfang 2010. Die CDU, Freie Wähler und die FDP unterstützen das Ansinnen Häusslers 60 Wohnungen in den Park zu bauen. Doch der Bezirksbeirat im Stuttgarter Osten kann dem Vorhaben wenig abgewinnen. Einstimmig hat man am 24. Februar die Renaturierung der Flächen und eine Beteiligung an der Pflege des Parks gefordert.

Doch Häussler will sich durchsetzen und möchte neuerdings nicht nur « fünf Wohngebäude mit “Parkresidenzen” bauen, wo bisher noch Fernsehstudios sind; er würde auch gern den sogenannten Gutbrodbau neben der Villa Berg erstehen, abreißen und dort ein weiteres Wohnhaus errichten »16. Das wird selbst Baubürgermeister Hahn zuviel. Damit steht das Projekt auf der Kippe.

Eine Alternativbebauung am Rande der Grünanlage wurde im Juli 2010 abgelehnt. Allen voran die Fan-Allüren von Herr Kotz: « Mit Alternativstandorten am Park würde man auch etwas vom Park wegnehmen », sagte Alexander Kotz (CDU), der wie die FDP und die Freien Wähler in Häusslers Konzept eine « sehr gute Grundlage » sieht“17. Nun wittert die Häussler-Holding Unterstützung aus der CDU und erhöht den Druck: « Sollte der Gemeinderat den Wohnungsbau im Park ablehnen, werde man auch am historischen Gebäude der Villa Berg keine teure Sanierung vornehmen » 18. Man schlägt der Stadt die Rückabwicklung des Geschäfts vor.

Wir erinnern uns an Häusslers Versprechungen 2007, Nichts davon ist übrig geblieben, das Projekt erscheint zunehmend « krank »:

« Der Investor versprach ein Kunst- und Kulturzentrum für öffentliche und private Veranstaltungen – Theater, Ballett und Konzerte, die in Kooperation mit dem SWR stattfinden sollten. Zusammen mit der Stadt sollte auch der Park restauriert werden. Von all den schönen Versprechungen ist aber nichts mehr geblieben. (…) Nun plant Häussler in der Villa ein 5- oder gar 6-Sterne-Luxushotel mit Sternerestaurant. Die Sendegebäude des SWR will er abreißen und hier in der Mitte des Parks exklusive Wohnungen bauen lassen. Zeitweise war sogar von einer „Gated Community“ – einem für die Öffentlichkeit geschlossenen Wohngebiet die Rede. Die Villa und der zentrale Teil des Parks würden damit wieder exklusiv im eigentlichen Sinne, die Öffentlichkeit würde ausgeschlossen wie zu Königs Zeiten. Um seine Ziele durchzusetzen, scheut Häussler nicht vor erpresserischen Äußerungen zurück: Die Genehmigung für seine Wohnungsbaupläne seien die Vorbedingung für den Umbau und die Erhaltung der Villa. Es könnten sich sonst Vandalismus, Gesindel und Drogenkonsum ausbreiten »19.

Nur 2 Monate später, am 24.09.2010 meldet Häussler, seines Zeichens « Lieblingsprojektentwickler des Stuttgarter Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster »20, Insolvenz an.

Im Februar 2011 berichtet die Stuttgarter Zeitung über den Stand der Dinge. Häussler ist in finanziellen Schwierigkeiten und verfolgt den Wohnungsbau im Bark der Villa-Berg nicht weiter.

Die drei Projektgesellschaften, die den Bau in der Villa-Berg umsetzen sollten, folgen -wie von der Branche bereits längst erahnt, im Juni 2011 mit einem Insolvenzantrag

Die Villa-Berg und ihre ungewisse Zukunft

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Nach knapp 70 Jahren SWR-Besitz und 8 Jahren Leerstand ist die Villa verwahrlost und ihre Zukunft immer noch ungewiss. Die Fenster sind mit Spanplatten verrammelt, auf den bröckelnden Treppen tummeln sich wilde Sträucher und Scherben, der Parkettboden im Gebäudeinneren wölbt sich und die ehemalige Pracht des Schlosses ist nur noch zu erahnen. Um es in abgewandelter Form mit Schusters Worten zu sagen « die Villa ist marode ».

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Die Pergula bröckelt, der Brunnen ist weg, der ehemals üppige Rosengarten welkt vor sich hin seitdem die städtischen Gärtner die Anweisung haben Wasser zu sparen.

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Der einstmals durchgängig blühende Rosenweg vor der Pergula

Dass ein dringender Sanierungsbedarf sowohl des Schlosses als auch der Grünanlage besteht, ist der Stadt seit etwa 10 Jahren klar. Wie schwierig sich dieses Unterfangen mittels Investoren gestaltet, dürfte spätestens seit Rudi Häussler offensichtlich sein. Dennoch verpennt der damalige OB Schuster das Vorkaufsrecht der Stadt Stuttgart für dieses Kleinod, so dass ein neuer Investor für die Villa-Berg auf dem Plan steht.

Es ist mehr als ärgerlich, dass die Stadt sich Dingen wie der ENBW annehmen kann, Heuschrecken wie der Patricia Hof und Tor öffnet, sogenannte “energetische Sanierungprojekte” sponsort, aber keine Notwendigkeit darin sieht ihre kostbarsten Schätze zu bewahren.

Im Dezember 2011 unterzeichnet also die Düsseldorfer Projektentwickler PDI den Kaufvertrag für die Villa und die Studio-Gebäude.

Was genau die PDI mit den Gebäuden vor hat, ist zu diesem Zeitpunkt unklar. Der PDI schweben Mietwohnungen in den alten Studios vor und die Villa könnte Hotel, Gastronomie und Ausstellungsort werden.

Zunächst gibt es die Idee den Hochschulcampus übergangsweise in die SWR-Gebäude zu verlegen21. Im März hat die PDI einen Interressenten gefunden, der in der historischen Villa ein Varietétheater betreiben möchte22

Im Mai nehmen die Pläne der PDI dann zunehmend Gestalt an. Das Lustschschloss soll ein Varieté beherbergen, die Fernsehstudios sollen zu 15 Wohnungen umgebaut werden. Gegen den Umbau der Studios legt OB Kuhn ein Veto ein. Er plädiert dafür, dass die Fernsehstudios abgerissen und der Park an dieser Stelle renaturiert wird. Das hörte sich zunächst gut an. Zu gut.

Denn ohne irgendwelche Eingiffe in einen Park geht es in Stuttgart scheinbar nicht. So vermeldet die Stuttgarter Zeitung am 17.07.2013 zwar sehr positiv, dass die Stadt die denkmalgeschützte Villa Berg erwerben, in eigener Regie sanieren und dann öffentlich zugänglich machen möchte. Und, dass Stuttgart plant, die leer stehenden SWR-Fernsehstudios zu kaufen, abzureißen und „mittelfristig“, also frühestens in fünf Jahren, wieder in Park verwandeln wird.

Beinahe unbemerkt schließt der Artikel aber mit: « Daneben plant die Stadt, auf der 4700 Quadratmeter großen Fläche des Garten- und Friedhofsamtes an der Sickstraße etwa 60 bis 70 Wohnungen zu bauen 23». Zwar handelt es sich bei der angesprochenen Fläche um ein Gebiet, das eher am Rand des Parks, in der Nähe der Cotta-Schule liegt, trotzdem werden bei der Umsetzung Eingriffe in den Park nötig sein. Genau diese Alternativbebauung wurde im Juli 2010 bereits abgelehnt.

Grundsätzlich ist es doch auch mehr als fraglich, wieviel neue Wohnungen Stuttgart tatsächlich braucht. Zumal der Stuttgarter Osten bereits sehr dicht besiedelt ist.

Würden leerstehende Büros zu Wohnfläche umgewandelt und zu fairen Preisen vermietet, wäre die hausgemachte Wohnungsnot sicher weniger als halb so groß.

Die Bürger bangen um ihre Villa-Berg und engagieren sich für eine bestmögliche Lösung. Mittlerweile hat sich eine Bürgerplattform gebildet, die Ideen geben und Zukunftsvisionen entwickeln möchte http://occupyvillaberg.wordpress.com/. Auch bei der langen Ostnacht am 20. Juli 2013 wird Occupy Villa Berg mit einem Infostand vertreten sein.

Ein kleines Schlösschen, eine architektonische Perle, umgarnt von einem trapezförmigen Garten, das zusammen mit der Grabkapelle auf dem Rotenberg und dem Schloss Rosenstein ein einmaliges Ensemble bildet.

In naher Zukunft steht nun wieder eine Entscheidung an, die mindestens über die nächsten fünfzig Jahre der Villa und des Parks entscheiden.

Wir wünschen uns ein Happy-End für dieses Kleinod, seinen Garten und die Bürger dieser Stadt.

Ein sehr tolles und umfangreiches Bildarchiv zur Villa Berg findet Ihr übrigens hier: http://commons.wikimedia.org/wiki/Villa_Berg?uselang=de-formal

Alexander Schäfer hat einen Rundgang in der Villa Berg dokumentiert: https://picasaweb.google.com/102312444829271982174/RundUmDieVillaBerg
Außerdem begleitete er „die Freien Wähler“ am 19.07.2013 ins Innere der Villa: https://picasaweb.google.com/102312444829271982174/InUndAufDerVillaBerg

2vgl.: ebenda

4siehe: Dagmar Nachtigall. Stuttgarter Zeitung: http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/2040487/sz_feedback12. 06.09.2009.

5Anmerkung: tatsächliche Kosten 81 Millionen + 30 Millionen Einrichtung. Vgl.: http://content.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2281994 18.11.2009

7vgl.: Mathias Bury. StuttgarterZeitung: 09.08.2006.

9vgl.: Esslinger Zeitung. 20.11.2007

12vgl.: Stuttgarter Zeitung. 14.05.2011

13vgl.: Stuttgarter Nachrichten. 24.05.2011

15vgl.: Stuttgarter Zeitung. 02.12.2009

Das Innenministerium, ein reingeklotzter Riegel

Einige von Euch erinnern sich sicherlich noch an die denkmalgeschützten Bürgerhäuser entlang der Willy-Brandt-Straße (damals noch Neckarstraße).

Als erste Adresse waren sie einstmals die Prunkhäuser der Stadt Stuttgart.

1988 trat die Stadt die Grundstücke entlang der Willy-Brandt-Straße an das Land ab und bekam im Gegenzug dafür die Landesfrauenklinik.

Bereits in den 90ern wurden bis auf 4 alle Häuser abgerissen. Man darf an dieser Stelle treffender Weise von « pseudo-Denkmalschutz » reden.

Die 4 noch erhaltenen Häuser wurden aus Protest gegen das Vorgehen des Landes und aus Sorge um die Stadt im Falle des Projektbeginns von Stuttgart21 teilweise besetzt.

Banner an den Fenstern, machten bereits damals auf den stadtzerstörerischen Charakter von Stuttgart21 aufmerksam.

Allerdings wäre es Stuttgart-untypisch, wenn der Denkmalschutz mehr wäre als ein notwendiges Übel ohne Macht. Und wir wären auch nicht Stuttgart, wenn protestierende Bürger ernst genommen würden.

2004, selbstverständlich bei Nacht und Nebel, rollten dann die Abrissbagger an und die vom Land gewollte Zerstörung nahm in diesem Teil der Stadt ihren Anfang bzw. setzte sich fort.

Es fielen außerdem ca. 40 riesengroße streng geschützte Ulmen – das Ende der Ulmenallee.

ulmenallee neckarstr willybrandt baustelle

Foto: Klaus Rau

Ein letzter Blick entlang einer der ehemals schönsten Ecken der einstmals grünsten Stadt Deutschlands.

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Ein Blick auf die Ulmenalle hinter dem Lustschloss von der damals noch intakten Parkseite aus.

schlossgarten lustschloss 1

Das ernüchternde Ergebnis dessen wofür ein Teil Stadtgeschichte fallen musste, lässt sich am besten zusammenfassen mit: Stuttgart schafft sich ab.

Ministeriumsneubau-Stuttgar

Foto: Klaus Rau

Bei solch  einem Klotz reißt auch die im Mosaik-Style beklebte, in beige gehaltende Fassade nichts mehr raus.

Die geschätzt 10 Ulmen, die hinter dem Gebäude noch stehen, sind übrigens auch nur Show. Für den Bau der Tiefgarage des Innenministeriums mussten unzählige Wurzeln gekappt werden. Auch die Baumkronen wurden zurechtgestutzt und verstümmelt, damit der Bauklotz reinpasst. Aber auch das für Natur und Umwelt zuständige Amt scheint in Stuttgart entmachtet oder desinteressiert.

lärmschutzwand

ministerium riegel

Foto: Klaus Rau

Der Umzug in den neuen Riegel steht jetzt kurz bevor. Die Abrissbagger für das alte Innenministerium stehen vermutlich schon bereit – auf dass schon bald ein weiterer Einkaufstempel in Stuttgart aus dem Boden sprießt: Das Dorotheen.

Mir bleibt jetzt nur, den dort einquartierten Beamten des Innenministeriums ein erfolgreiches Arbeiten direkt an der größten Baustelle Europas für die nächsten Minimum 15 Jahre auf der einen Seite und einer der Feinstaub-belastetsten Kreuzungen Stuttgarts auf der anderen Gebäudeseite zu wünschen.

Sicherlich hat man an Sie gedacht und Schallschutzfenster eingebaut. Lüften muss man die Büros dank der Klimaanlage bestimmt auch nicht.

Von daher, frohes Schaffen.

 

weiterführende Links

Ministeriumsneubau an der Willy-Brandt-Straße übergeben

http://www.gablenberger-klaus.de/2013/04/17/ministeriumsneubau-an-der-willy-brandt-strase-ubergeben/

Der Neubau des Innenministeriums und die Ulmen

http://schaeferweltweit.wordpress.com/2012/09/03/der-neubau-des-innenministerium-und-die-ulmen/

Dass dieser Klotz die Luft am Neckartor nicht verbessert

http://www.gablenberger-klaus.de/2011/11/11/dass-dieser-klotz-die-luft-am-neckartor-nicht-verbessert/

Baustelle des Ministeriumsneubaus an der Willy-Brandt-Straße

http://www.gablenberger-klaus.de/2009/09/21/baustelle-des-ministeriums-neubaus-an-der-willy-brandt-strasse/

Demmentrich

Im stern erschien heute folgender Artikel:
Sprecher nennt Alternativsuche „Phantomdebatte“
http://www.stern.de/politik/deutschland/neuer-streit-um-stuttgart-21-sprecher-nennt-alternativsuche-phantomdebatte-1967599.html

Im folgenden möchte ich auf verschiedene Behauptungen des Artikels eingehen.
Nun bin ich zwar kein Bahnexperte, aber das ist Dietrich auch nicht. Dafür spielt er gut Golf und ich habe einen wachen Verstand.

Beginnen wir ganz am Anfang:
Das Titelbild.
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Wir sehen S21, wie es ganz zu Beginn den Leuten präsentiert wurde. Ein Appetitmacher sozusagen. Der Südflügel steht noch, ein weit überwölbtes Glasdach, das viel Licht in den Keller lässt und die Vermutung, dass die alt ehrenwürdigen Bäume im Schlossgarten stehen bleiben werden.
Statt dessen bekommen wir sowas hier, fernab von den früher propagierten Entwürfen:

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„Für eine andere Variante gibt es keine politischen Mehrheiten, keine Machbarkeitsstudie, keine Finanzierung – es gibt nichts“

Hier stürze ich mich direkt auf die politischen Mehrheiten. Nächstes Jahr ist Gemeinderatswahl, spätestens da ist die politische Mehrheit für S21 verloren!
Die Machbarkeitsstudie lass ich mal außen vor, wobei sie für die Sanierung des bestehenden Kopfbahnhofs keine Rolle spielt. Auch neue Planfeststellungsverfahren würden nicht nötig, maximal Raumordnungsverfahren.
Das ist natürlich für die Bahn doof, weil sie horrent hohe Planungskosten verbuchen darf. (Allein 2010 machte die DB 2 Mrd Euro Gewinn mit reinen Planungskosten)
Was ich goldig finde ist die Aussage, es gäbe keine Finanzierung für eine Alternative. Denn, auch Stuttgart21 ist aktuell ohne gültige Finanzierung!
Ganz nebenbei bemerkt drängt sich mir immer wieder die Frage auf, wo die Gelder hin verschwunden sind, die der Bahn jährlich für Sanierungsarbeiten zustehen. In den Kopfbahnhof wurde ca. 15 Jahre lang kein Pfennig bzw. Cent gesteckt. Was ist mit diesen Geldern geschehen? In wessen Sackerl sind die gelandet?

„Nach Berechnungen der Bahn wären das mindestens zwei Milliarden Euro, die sich vor allem aus der Rückabwicklung des an die Stadt Stuttgart verkauften Gleisfeldes errechnen“

Ich versteh beim besten Willen nicht, wie dieser Betrag zusammenkommt.
2011 rechnete uns die Bahn ihre sogenannten Ausstiegskosten vor. Hierunter fiel laut der S21-Macher auch der Rückkauf des Gleisvorfelds von der Stadt Stuttgart.
Der Einfachheit halber lasse ich Schusters Super-Deal aus der Rechnung raus, der die Bahn bis 2010 mit Zinserlass beschenkte und mit einem satten Gewinn von 212 Mio Euro für die Bahn und die Wirtschaftlichkeitsrechnung von S21 zu Buche schlug (Im Prinzip gehört dieses „Gschenkle“ aber auch auf die Rechnung).
Die Kosten für die Grundstücke beliefen sich auf 424 Mio.Euro. Die 5,5 Prozent Zinsen für den ohne Gegenleistung 2001 bezahlten Kaufpreis machen ca. 250 Mio. Euro aus. Ergibt ganz grob eine Summe von 700 Mio. Euro. Abzüglich der Grundstücke rund um den Nordbahnhof, die die Stadt behalten wird, sind wir bei etwa 600 Mio. Euro. Die fehlenden 1,4 Milliarden sind nicht nachvollziehbar!
Und da die Bahn, was die Ausstiegskosten betrifft, ebenfalls gerne von „worst-case“-Szenarien ausgeht, tu ich das an dieser Stelle auch: Was ist wenn die Gleise nicht rückgebaut werden dürfen weil die Privaten Bahnen diese noch weiter nutzen und der Rückbau bestehender Infrastruktur sowieso verboten ist? Was dann Herr Dietrich?
Desweiteren sind durch S21 diverse Grundstücke für die nächsten 25 Jahre blockiert, die bei einer Sanierung des Kopfbahnhofs ab sofort bebaut werden könnten.

„außerdem aus möglichen Schadensersatzforderungen der bereits mit Aufträgen betrauten Baufirmen“

Auch hier frage ich mich: Wer hat das zu verantworten? Die Bahn hat die Ausschreibungen trotz oder gerade wegen dem großen Widerstand in der Bevölkerung voran getrieben. Egal ob während der Schlichtung, kurz vor dem Volksentscheid – die Ausschreibungen mussten sein.
Das Kosten in die Höhe jagen und Faktenschaffen vollzieht die Bahn immernoch. Trotz der aktuellen Diskussion und Unklarheit, werden noch in diesem Monat 120 Bäume in Stuttgart gefällt. Das Vergabe-Volumen der verschiedenen Bauwerke ist seit Ewigkeiten bei über 50%, und wenn man sich hier auf der Folie 6 der Bahn schlau macht, sieht man, dass 40% des Budgetwerts noch ausstehen, allerdings erst ab 2014.

Vergabe

Was das Kündigen von Verträgen mit Baufirmen betrifft, ist die Bahn sicherlich kein großes Risiko eingegangen. Wälzt sie doch gerne sämtliche Risiken von sich ab. Aus Ingenieurskreisen hört man, dass nur wirklich aufgetretener Schaden geltend gemacht werden kann. Dieser schrumpft bis zur Bedeutngslosigkeit zusammen, wenn man den Firmen geeignete Ersatzaufträge gibt.

„Der Ausstieg ist ein hundertprozentiges Minusgeschäft“

..für die Bahn

„bei einem Weiterbau gibt es dagegen einen neuen Bahnhof mit mehr Leistung“

Dass dies erstunken und erlogen ist, wissen wir spätenstens seit die SMA den Stresstest durchgeführt hat und die Note gut seitens der Bahn ersatzlos gestrichen wurde, so dass der Bunkebahnhof mit der hingeschummelten Bewertung „optimal“ plötzlich eine gute Bewertung hat.

„In den Ausstiegskosten seien nicht einmal die 1,3 Milliarden Euro enthalten, die zur Sanierung des maroden Gleisvorfeldes benötigt werden“

Nun ja, die Frage wo das Geld für die Sanierung des Kopfbahnhofs hin ist, habe ich mir oben bereits gestellt.
Anton Hofreiter stellte 2010 fest, dass die Deutsche Bahn seit der „Privatisierung“ 1/4 Billion Euro aus dem Deutschen Schienennetz gezogen hat um Manager-Träume wahr zu machen. Die Bahn, ein Global Player, der die bundeseigene Infrastruktur auf Verschleiß fährt und verkommen lässt!
Wann endlich findet also eine Razzia bei der Bahn statt? Wann greift die Politik in diese Veruntreuung ein? Wann bitteschön wird das Zwitterdasein der Bahn (je nach Vorteil mal Privatunternehmen und dann doch wieder Bundeseigentum) beendet?

[für den Umbau des Kopfbahnhofs] „Dafür sind sicherlich acht Jahre Reparaturarbeiten zu veranschlagen – und das bei laufendem Betrieb im Hauptbahnhof.“

Diese Frage kann Dietrich nicht ernsthaft beschäftigen, oder doch?!!!
Wo sind die Ingenieure und Spezialisten, die alles beherrschen können?
Abgesehen davon ist es seit 2010 deutlicher als jemals zuvor zu sehen was der Kopfbahnhof leistet auch wenn diverse Gleise nicht befahrbar sind. Der aktuell untragbare Zustand im HBF Stuttgart, der einzig durch die übereilten und unprofessionellen Abrissmaßnahmen und den Pfusch im Gleisvorfeld zustande kam, wird mit S21 (mindestens) bis 2024 dauern! Zudem wird es auch kein angenehmes Reisen oder Berufspendeln sein, wenn erst einmal die Baustraße durch den Bonatzbau führt.

Also Herr Dietrich,
sollten Sie Rückfragen oder Lust auf eine Partie Golf haben, melden Sie sich!

P.S.: der stern hat das Titelbild des Artikels umgehend korrigiert
Es wäre wünschenswert Ingenhoven würde dies mit seiner Website auch tun und Aidlinger&Wolff würde die alten Entwürfe entsprechend kennzeichnen

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Das B10-Tunnel

Jeder Autofahrer kennt es zur Genüge: Die Einfallsschneiße nach Stuttgart ist quasi täglich verstopft. Deshalb, so die einfacher gestrickten unter uns, brauchen wir breitere Straßen bzw. mehr Fahrspuren. So war gewissen Leuten schnell klar, dass die B10 dringend ausgebaut werden müsse, damit ein Jeder mit seinem « Heiligen Blechle » ins Städtle -pardon: in die City- fahren kann.

Der Ausbau der B10 wurde zunächst 2006 mit dem Pragsatteltunnel begonnen und brachte eine weitere Spur auf der Heilbronnerstraße in Richtung Innenstadt.

Ein Jahr zuvor, also 2005, beschlossen die Herren des Stuttgarter Gemeinderats, dass die B10 zwischen den Straßenbahnhaltestellen Rosensteinpark und Wilhelma unter dem Rosensteinpark verschwinden soll.

2008 wurden die Pläne fürs Rosensteintunnel vorgelegt, 2010 öffentlich ausgelegt.

Als sich 2011 Bedenken wegen der ohnehin skandalös verunreinigten « Luft » in Stuttgart mehrten, ruderte die Stadtverwaltung zurück und gestand ein, dass der Schwerlastverkehr in der super-seriösen Prognose falsch eingeschätzt wurde1. Der LKW-Verkehr in der Prognose, die von der Stadt Stuttgart, der IHK Stuttgart und dem Regionalverband in Auftrag gegeben wurde, ist viel zu hoch ausgefallen.

Die Legitimation des 200 Millionen Euro Projekts basiert also (wie so oft in Stuttgart) auf falschen Zahlen, die eine Notwendigkeit unnützer Bauten vortäuschen sollen.

Der sogenannte Baubürgermeister Hahn, dessen Posten meiner Meinung nach dringend sehr zeitnah neu besetzt werden sollte, verkündete im folgenden Januar 2011 überraschend die Neuauslegung der Pläne. Man sei damals vom « worst-case » ausgegangen und eigentlich sei es ja gut, da die Luft dann weniger belastet würde, wurde argumentiert.

Dass aber die vorgeschobene Notwendigkeit des Baus (erheblich mehr LKW-Verkehr) damit entfallen ist, wollte keiner der Zuständigen hören.

Es fahren nun also angeblich weniger LKW als in der seriösen Prognose vorgerechnet und die Schadstoffwerte in Zuffenhausen wurden bei der Abstimmung überhaupt nicht beachtet2.

Da der Tunnel das allgemeine Verkehrsaufkommen etwa verdreifacht3, spielt das Argument der Luftbelastung aber nach wie vor eine große Rolle!

Konsequenzen aus dem pseudo-notwendigen Projekt

Für Nutzer des öffentlichen Verkehrs:

Der Bau des Tunnels hat natürlich Konsequenzen für alle Nutzer der Straßenbahn: Das Tunnelportal Süd liegt direkt unter der heutigen Haltestelle « Wilhelma » auf Höhe des Elefantenstegs. Deshalb muss die SSB diese dauerhaft verlegen und zwar direkt vor das denkmalgeschützte Wilhelmaportal. Das Tunnelportal Nord stört die bestehende Haltestelle « Rosensteinpark ». Sie muss deshalb Richtung Rosensteinbrücke versetzt werden.

Während der Bauzeit (ab Frühjahr 2013) dürfen sich alle Straßenbahnfahrer bereits auf Chaos jenseits von Stuttgart21 freuen, denn sowohl im Bereich des Leuze als auch rund um die Wilhelma wird die U14 über lange Zeiträume nur eingleisig verkehren können. « Übereckverbindung von der König-Karl-Brücke in Richtung Wilhelma wird mehrmals über mehrere Monate hinweg gar nicht befahrbar sein. Ein- und Ausrücker müssen in dieser Zeit an den Mineralbädern kehren »4,

Für die Anwohner:

Lärm während der Bauzeiten, auch an Sonntagen und Nachts.

Sollte das Bahnprojekt Stuttgart21 wider jeder Vernunft umgesetzt werden, erwarten die Anwohner in diesem Bereich außerdem nächtliche Sprengarbeiten und ca. 2400 LKW täglich5

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c Josh Eikhoff

Für Besucher des Rosensteinparks:

Der B10-Tunnel ist eine riesige Bedrohung für den denkmalgeschützten Rosensteingarten, einen der letzten englischen Landschaftsgärten in Süddeutschland. Ein Kleinod, das zahlreichen Tieren einen Lebensraum bietet.

http://rosenstein.infooffensive.de/index.php?page=Tiere

Stuttgarter lieben und nutzen ihn gerne, Paare verewigen ihre Namen in Parkbänken und Baumrinden bei romantischen Spaziergängen, Familien, Radfahrer, Spaziergänger und Jogger fühlen sich hier wohl. Und er ist ein Anziehungspunkt für Touristen!

Mit den geplanten B10-Maßnahmen verliert Stuttgart einen weiteren Park, der die Lebensqualität und Schönheit dieser Stadt ausmacht! Nicht allein die Fällarbeiten bedrohen den teilweise sehr alten Baumbestand.

Der Rosensteinpark wurde auf einem Fels errichtet, dem Kahlenstein. Um an das Grundwasser heran zu kommen, haben die Bäume dort außergewöhnlich tiefe Wurzeln. Welche Konsequenzen der Tunnelbau für die Bäume haben wird, liegt auf der Hand.

rosensteinpark 2008 c Martina Schlerka

c Martina Sclerka

Auch hier diente ein falsches Gutachten dem Durchwinken von Entscheidungen

http://www.lnv-bw.de/ib2011-12/20111031-Wurzelerkundung.pdf

Was den Bau des Tunnels angeht, hat die Stadt Stuttgart hier eine Menge Pläne zusammengestellt http://www.stuttgart.de/rosensteintunnel#headline50f1969cd6394

Ich persönlich kann einen großen Teil davon nicht mehr öffnen. Daher stelle ich den Konfliktplan und den Landschaftspflegerischen Begleitplan in den folgenden Links nochmals zum Download zur Verfügung:

Konfliktplan

http://ge.tt/7V3keGV/v/0

Landschaftspflegerischer Begleitplan/ Maßnahmenplan

>http://ge.tt/2D0DzDV/v/0

Diese Karte von Bruno Baumann gibt eine gute Übersicht zur Lage und Tiefe des Tunnels

http://ge.tt/3gRzfGV/v/0

Wir brauchen keine zusammengelogene Stadtautobahn für Stuttgart, die den Verkehr zusätzlich erhöht und damit die eh schon feinstaubgeplagte Stadt noch mehr belastet. Statt dessen brauchen wir neue Ideen, wie diese Problematik in den Griff zu kriegen ist. Ganz sicher ist das Fällen und dauerhafte Bedrohen von Bäumen diesem Ziel nicht dienlich!

Ich wünsche mir, dass der Rosensteinpark eine grüne Oase für Tiere und Menschen bleibt

1vgl.: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2827129_0_5820_-rosensteintunnel-bebauungsplan-erneut-ausgelegt.html

2vgl.:http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2809448_0_2147_-kommentar-im-dauerstreit.html

3vgl.: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rosensteintunnel-in-stuttgart-neuer-bebauungsplan-bis-zum-sommer.09b7cc0f-de90-48b9-bb9b-bfe57065e02b.html

4siehe: http://www.ssb-ag.de/U14-Haltestelle-Wilhelma-474-0.html

5vgl.: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2701208_0_9223_-rosensteinviertel-die-furcht-vor-staub-und-laerm.html

Das Layout dieses Blogs bitte ich zu entschuldigen (WP macht gerade was es will..)

Rechenbeispiele mit Tunnelblick

669946667Beim Tunnelbau für Stuttgart21 wird mit Kosten pro Tunnelkilometer von nur 69 Millionen Euro gerechnet.

Dagegen rechnet man bei der 2. Stammstrecke der Münchner S-Bahn mit 146 Millionen Euro pro Tunnelkilometer.

Es ist schon ein wenig verwunderlich, dass der Tunnelbau in Stuttgart gerade mal die Hälfte von dem im München kosten soll! Hat München doch keine schwierigere Geologie als Stuttgart.

Und selbst 7 km Tunnel in Offenburg, kosten ganz ohne U-Statiönle 1 Milliarde Euro!

Abgesehen von Stuttgart21 liegt bei den Kostenschätzungen vieler Bahnprojekte ganz offensichtlich ein grundsätzlicher Fehler im System:

Zweite S-Bahn-Stammstrecke München – Geplant: 2,047 Milliarden, bereits wenige Wochen nach Beschluß auf 2,433 Milliarden korrigiert

City-Tunnel Leipzig – Geplant: 572 Millionen, derzeit 960 Millionen Euro, Ausgang offen

Nord-Süd-Stadtbahn Köln – Geplant: 600 Millionen, derzeit sind wir bei 1,04 Milliarden PLUS

grubopoly_191010_gross

Wenn die Bahn baut, scheint sie demnach prinzipiell Narrenfreiheit zu haben!

http://www.youtube.com/watch?v=qmq88c-0Ep0&feature=related

http://www.ardmediathek.de/das-erste/panorama/bahn-ag-groessenwahn-statt-buergerbahn?documentId=5612484

http://www.youtube.com/watch?v=p_Ruy0_rkJM

Parallel zu diesen immensen Ausgaben schrumpft das Deutsche Schienennetz! 2011 lag Deutschland mit seiner Stilllegungsquote bei 7,9 %.

Zwar keine Tunnelprojekte unter der Planung der Deutschen Bahn, aber ähnlich herausragende Beispiele für die oben erwähnte Narrenfreiheit bei staatlichen Bauten sind unter anderem:

Hamburg Elbphilharmonie – Geplant: 187 Millionen, aktuelle Hochrechnung 600 Millionen

Berlin Flughäfele – Geplant 2,5 Milliarden , aktuell 5 Milliarden – Experten sprechen sogar von 10 Milliarden Euro

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2010/panoramabaukosten100.html

http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama422.html

Ich halte es daher für dringend nötig, dass die Bundesregierung diesbezüglich Änderungen beschließt.

Frau Merkels Ego ist  keine einzige dieser Milliarden wert!

Wir brauchen eine zuverlässige Planung von (Groß-) Projekten, verlässliche Kostenschätzungen und die Mitsprache der Bürger, was in ihrer Stadt sinnvoll ist!

Stuttgart21 – Ein Fall für den Staatsanwalt.

Lug, Trug, Fresszettel-Rechnungen und die Vortäuschung falscher Tatsachen.

dann mach'mers hald so

Dass die Bahn bis 2010 intern mit anderen Zahlen rechnete, als sie nach außen bekannt gab, um das Projekt Stuttgart 21 nicht zu gefährden, ist mittlerweile ausreichend bekannt.

Nach Spiegel-Erkenntnissen kalkulierte die Bahn die Kosten für den Tiefbahnhof schon im März 2005 auf 4,1 Milliarden Euro. Man hatte damals in der offiziellen Version also satte 1,3 Milliarden Euro unterschlagen. 

Leider blieben sämtliche Erkenntnisse über die Tricks und Täuschungen bezüglich der Kosten des Bahnprojekts Stuttgart21 mit Neubaustrecke Wendlingen-Ulm für die Vorstände der Bahn bis heute ohne Konsequenzen!
Im Folgenden einige Highlights zur Kostenexplosion!

2002 bis 2008

In internen Analysen vom 15. Oktober 2002 listeten DB-Projektmanager bereits im Detail Mehrkosten auf.

Schon 2002 stand demnach fest, dass S21 mindestens 3,3 Milliarden Euro kosten würde – rund 700 Millionen Euro mehr als damals offiziell verkündet.

Die ICE-Piste wurde von den DB-Planern gar schon auf 2,6 Milliarden Euro kalkuliert – fast das Doppelte der damals offiziellen Angaben.

« (Ein) Sitzungsprotokoll vom 4. März 2005 beweist, dass die DB schon damals Vertretern des UVM und der Stadt intern den nächsten Kostensprung auf 4,1 Milliarden Euro offenbart hatte.

Erst Ende 2009 verkündete der neue DB-Chef Rüdiger Grube diese Zahl öffentlich – fast fünf Jahre, nachdem der Konzern diese Kosten intern den Projektpartnern genannt hatte.

Und erst Mitte 2010 gab der Bahnchef bekannt, dass auch die Kosten der ICE-Strecke von 2 auf fast 2,9 Milliarden Euro geklettert seien – fast acht Jahre nach der DB-Analyse, in der intern bereits 2,6 Milliarden Euro berechnet wurden. »

http://www.fr-online.de/stuttgart-21/manager-warnte-vor-mehrkosten,4767758,8691102.html

2008: Bundesrechnungshof und Vieregg & Rössler-Gutachten

Der Bundesrechnungshof warnt 2008 vor den Mehrkosten bei Stuttgart 21 und legt eine eigene Kostenschätzung von über 5,3 Milliarden Euro vor.

http://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/user_upload/2011/11/23112011/Bundesrechnungshof_zu_s21.pdf

Vieregg und Rössler berechnen den Tiefbahnhof 2008 ebenfalls und stellen fest: « Der unterirdische Bahnhof Stuttgart 21 wird mindestens 6,9 Milliarden Euro kosten – und damit zweieinhalbmal so viel, wie die Deutsche Bahn offiziell veranschlagt hat »

http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/stuttgart-21-wird-laut-studie-teurer/

Genauere Erläuterungen hierzu enthalten auch die folgenden Videos aus dem Jahr 2009:

Vieregg und Rössler: Kosten von Stuttgart 21. Teil 1 – 5

http://www.youtube.com/watch?v=lM-oMS1162o

http://www.youtube.com/watch?v=c-1w3d9-SXU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=pRt9MZdsFec&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=zaHK3Oeh8ok&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=f4HgZQwHzR8&feature=related
2009 Rüdiger Grube wird Bahnchef.

2010 UBA, Vieregg & Rössler, BAST, Wirtschaftsprüfer

Erstmals stehen die bahninternen Zahlen von 2005 (4,1 Milliarden für S21 und 2,9 Milliarden für die NBS) im Raum.

MÄRZ 2010

Der Bundesrechnungshof errechnet für S21 und die NBS 8,5 Milliarden Euro.

Grube, der die Brechnungen des Bundesrechnungshofs von 2008 nicht kennt, zeigt sich entrüstet, empfindet ein Nachfragen als « dreist ». Man beachte: es handelt sich um ein Gutachten des BUNDESRECHNUNGSHOFs!

Ähnlich dämliche Gesichter auch beim Stuttgarter OB Schuster und dem damaligen Projektleiter Hany Azer.

http://www.casttv.com/video/7uqx9oq/stuttgart-21-kartell-bundesrechnungshof-egon-hopfenzitz-gangolf-stocker-02-03-2010-bananenrepublik-video

AUGUST 2010

Ein vom Umweltbundesamt beauftragtes Gutachten warnt 2010 ebenfalls vor immensen Mehrkosten von bis zu 11 Milliarden Euro:

« Zusammen mit S 21 zeichnen sich damit Gesamtkosten von mindestens 9 Mrd. Euro ab, ggf. bis zu 11 Mrd. Euro. »

http://www.youtube.com/watch?v=rE3kxCkvNn4&feature=related

http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/Gutachten/UBA-Studie_s151bis156.pdf

SEPTEMBER 2010

Laut Vieregg und Rössler, die im Auftrag der Grünen die Kosten für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm (ohne S21) errechnen, betragen die Gesamtkosten der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm im Jahr 2010 rund 4,55 Mrd EUR, wenn die dargestellten jeweils optimalen Tunnelbaumethoden eingesetzt werden und die geologischen Schwierigkeiten in dem Rahmen bleiben.

Aufgrund der hydrogeologischen Schwierigkeiten ist allerdings realistisch von 8,6 Mrd EUR allein für die Neubaustrecke auszugehen!

http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/Gutachten/100907_VR_Wendlingen-Ulm_Kurzfassung_mit_Abbildungen.pdf

Selbstverständlich bezeichnet die Bahn das Gutachten als unseriös.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-09/stuttgart-21-kostenexplosion

NOVEMBER 2010

Spatenstich für die Neubaustrecke obwohl das EBA aus Kostengründen keine Freigabe erteilt. «Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat nach einem Bericht des „Stern“ die Baufreigabe der zum Bahnprojekt „Stuttgart 21“ gehörenden Neubautrasse über die Schwäbische Alb aus Kostengründen teilweise verweigert.»

http://www.n24.de/news/newsitem_6453464.html

Die Kosten von 4,2 Milliarden standen schon 2002 in der BAST.

« Acht Jahre lang wurde von den Verantwortlichen der Bahn, von den S-21-Befürwortern in der Politik mit Kosten argumentiert, von denen sie wussten, wissen mussten, dass sie weit unterhalb der bahninternen Kalkulation lagen – 4,203 Milliarden Euro. » 

http://www.stern.de/politik/deutschland/interne-dokumente-zu-stuttgart-21-bahn-verschwieg-kosten-fuer-s21-1626945.html

Nun erfahren wir kurz nach Erscheinen des oben stehenden Berichts, dass « die Gesamtsumme von 4,2 Milliarden DM fälschlicherweise in Euro angegeben worden. » 

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-dementiert-medienbericht.cc0753b2-e4e1-4f8d-a852-d8bbefb68a5a.html

Dass es sich um einen Tippfehler bezüglich der Währung handelt, bestätigt auch Volker Kefer bei der Schlichtung, hier zu sehen ab Minute 36

http://www.youtube.com/watch?v=SsOq-9_29BI

 Gleichzeitig werfen Wirtschaftsprüfer der Bahn die Zurückhaltung der „echten“ Zahlen vor:

« Im Juli 2007 wurde in Berlin die erste Finanzierungsvereinbarung mit Projektkosten von 2,8 Milliarden Euro unterzeichnet. Am 2. April 2009, unmittelbar vor dem Rausschmiss des Bahn-Chefs Hartmut Mehdorn, passten alle Zahler das Werk auf 3,076 Milliarden Euro an. Die Bahn AG aber wusste schon damals, dass das Projekt vier Milliarden kosten würde.»

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-hielt-wahre-kosten-ein-jahr-unter-verschluss.6431488a-a096-431e-825d-c4641028066e.html 

2011 Risikoliste, VCD, Bundestag

2011 ist das Jahr in dem die Bahn bezüglich der Neubaustrecke nicht weiter lügen kann und Hany Azer seinen Job an den Nagel hängt.

JANUAR 2011

Die Kosten für die Neubaustrecke entgleisen

« Der Schienenbau mit Tunnelstrecken im schwierigen Karst-Untergrund werde 5,676 Milliarden Euro kosten, im günstigeren Fall 5,2 Milliarden. Damit bestehe eine Finanzierungslücke von drei bis vier Milliarden Euro. » 

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-gegner-neubaustrecke-nach-ulm:-kosten-explodieren.44f505ef-9b63-41f6-bf37-61725485b003.html

MÄRZ 2011

Die interne Risikoliste der Bahn und die hieraus entstehenden Mehrkosten schlagen in den Medien hohe Wellen.

http://asset3.stern.de/media/pdf/politik/stuttgart_21.pdf

Der stern erläutert das Risiko-Papier wie folgt und berechnet über 7 Milliarden Euro für S21:

« 48 Positionen beziffern die Risikomanager der Bahn zudem mit konkreten Beträgen. Treten diese Risiken ein, entstehen zusätzlich Kosten von 1,264 Milliarden Euro. Bei den restlichen 73 Risiken werden keine möglichen Mehrkosten genannt. Experten, die das Papier für den stern überprüften, rechnen bei diesen 73 Positionen mit nochmals zusätzlichen Kosten von zwei Milliarden Euro. Im Klartext: Mehr als sieben Milliarden Euro würde dann der Stuttgarter Bahnhof kosten, selbst wenn nicht alle Risiken in voller Höhe eintreten. »

http://www.stern.de/politik/deutschland/geheimpapier-zu-stuttgart-21-wie-die-bahn-die-wahren-kosten-verschleiert-1708627.html

Fakt ist:

« Bereits vor der Vergabe der wirklich großen Arbeiten: dem Bahnhofsneubau und den Tunnelarbeiten zum Flughafen“ rechnen die Planer aus dem Kreis des Projektleiters Hany Azer mit zusätzlichen Ausgaben von ca. 1 Mrd. Euro. Im schlimmsten Falle sei sogar mit einer Kostenexplosion von insgesamt bis zu 3 Mrd. Euro Mehrkosten zu rechnen. »

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/057/1705700.pdf

APRIL 2011

Hany Azer scheitert auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten.

Bahnchef Grube wollte über Einsparungen von 900 Millionen Euro die 4,1 Milliarden Euro halten.

http://www.stern.de/politik/deutschland/bahn-haelt-an-stuttgart-21-fest-offenbar-keine-weitere-kostensteigerung-bei-milliardenprojekt-1670191.html

1 Tage später gibt die Bahn 50 Millionen Mehrkosten zu und legt ein niedliches « worst-case »-Szenario nach: .

« Im schlimmsten Fall könnten nach Lesart der Bahn noch bis zu 350 Millionen Euro Mehrkosten hinzukommen. Doch selbst dann, heißt es im Konzern, würde die von Bahn-Chef Rüdiger Grube fixierte „Sollbruchstelle“ von 4,526 Milliarden Euro nicht durchbrochen. »

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-bisher-50-millionen-euro-mehrkosten.08d54570-0f83-464a-be1b-54d4cf598536.html

MAI 2011

Hany Azer (Projektleiter a.D.) hält 1 Milliarde Mehrkosten für möglich. Die Kostenobergrenze von 4,5 Milliarden, so Azer, kann nach derzeitigem Kenntnisstand eingehalten werden..

http://nachrichten.t-online.de/-stuttgart-21-projektleiter-haelt-mehrkosten-fuer-moeglich/id_46590920/index?news

JUNI 2011

Auf drängen von Winfried Herrman legt Herr Kefer in Schmierzettel-Manier und alles andere als seriös und bestgeplant nun die Kosten dar..

http://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/user_upload/2011/6/2906/Kefer-Brief-Hermann-1-4.pdf

Bereits jetzt liegt der Kosten-Nutzenfaktor des Projekts laut VCD übrigens unter 1. S21 ist somit nicht wirtschaftlich.

http://www.vcd-bw.de/presse/2011/15-2011/Praesentation_VCD-Nutzen-Kosten-Untersuchung_zu_S21_11-06-21.pdf

JULI 2011

Die Bahn hat mit Hilfe der CDU den Bundestag an der Nase herumgeführt und Teuerungen der Neubaustrecke bewusst unterschlagen.

« Ziel des Konzerns war es demnach, sicherzustellen, dass die geplante Neubautrasse im Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie vordringlicher Bedarf eingestuft wird. Dieser Plan wurde 2003 vom Parlament unter der damaligen rot-grünen Bundesregierung auf der Basis der offiziellen Kalkulation von 1,35 Milliarden Euro beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt, das zeigt eine DB-interne Analyse vom 15.Oktober 2002, hatten die Projektplaner des Konzerns intern die Baukosten für die Schnellbahnstrecke aber bereits auf 2,6 Milliarden Euro veranschlagt. »

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neubaustrecke-bahn-hat-kosten-fuer-ice-trasse-geschoent.4b7c62c5-900c-467f-a7f6-468b60f0970e.html

« Am 4. Juni 2003 beriet Fricke in der Frankfurter Zentrale der DB Netz mit sieben weiteren Bahn-Managern und drei Vertretern des damals von der CDU geführten Verkehrsministeriums Baden-Württemberg die „Kostenfortschreibung und Vorfinanzierungsproblematik“ beider Projekte. Die Lage war heikel, denn die DB-Manager offenbarten der damaligen Landesregierung, dass besonders die Neubaustrecke viel teurer werde. Im dreiseitigen DB-Protokoll der vertraulichen Sitzung heißt es, dass sich eine „Kostenerhöhung der ICE-Trasse um ca. 1100 Mio. Euro auf ca. 2600 Mio. Euro“ ergeben habe. Die Runde beriet, wie mit der Kostenexplosion umzugehen sei, die DB-intern schon acht Monate zuvor bekannt gewesen war. Die Gefahr schien groß, dass Stuttgart21 und damit das Gesamtprojekt an der zu teuren Neubaustrecke scheitert. »

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neubaustrecke-wendlingen-ulm-bahn-enthielt-bundestag-mehrkosten-vor.b7293fb2-23ae-4f31-b999-b95c7d9e6591.html

« Die offiziellen Kostenangaben der DB lagen (…) immer noch weit unter den Berechnungen des Bundesrechnungshofs, der zuvor bereits 8,5 Milliarden Euro für beide Schienenprojekte zusammen veranschlagt hatte. Nach einer Überprüfung, die der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube nach seinem Amtsantritt im Mai 2009 veranlasste, wurden Ende 2009 die offiziellen Baukosten von S 21 auf knapp 4,1 Milliarden Euro korrigiert. Auf dieser Basis wurde der Bau des Tiefbahnhofs trotz heftiger Kritik auch vom politischen Lenkungskreis und den DB-Gremien beschlossen. Im Sommer 2010 räumte Grube ein, dass auch die NBS mindestens 2,9 Milliarden kosten und damit 900 Millionen Euro teurer wird. »

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.mehrkosten-schienenprojekt-stuttgart-ulm-rechnungshof-sieht-seine-kritik-bestaetigt.ae87a68e-83ba-429b-92f9-bd5f2d64b201.html

Die Bahn weist Berichte über geschönte Kosten selbstverständlich weit von sich:

Die Zahlen seien längst überholt, man wolle kurz vor den Ergebnissen des Stresstests die Firma SMA verunsichern und überhaupt ergäben sich die Projektkosten aus der Fortschreibung der Planungsstände..

http://www.focus.de/politik/deutschland/stuttgart-21/stuttgart-21-bahn-weist-bericht-ueber-geschoente-kosten-zurueck_aid_642551.html

Dass die SPD übrigens die Kosten niemals « deckeln » wollte, sei hier nur am Rande erwähnt

http://www.s21-stoppen.de/stuttgart-21-spd-lehnt-deckelung-der-kosten-bei-45-milliarden-ab/

FAZIT: dieses Projekt ist weder legitimiert noch wirtschaftlich!

Die Gelder, die der Bund zum Verkehrsknoten Stuttgart zuschießt, müssen unbedingt dafür verwendet werden den Kopfbahnhof zu sanieren und einen der pünktlichsten Bahnhöfe in Deutschland zu erhalten!